FROST.INI

Frost.ini-Feldsaison 2026 erfolgreich gestartet

Erste Geländearbeiten an der Adlersruhe: Bohrlochmessungen, Geoelektrik und neue Monitoring-Standorte

Ende Juni startete die Frost.ini-Feldsaison 2026: Am 25. Juni waren Kolleginnen und Kollegen GEORESEARCH, Land Salzburg und OGS (Triest, Italien) gemeinsam an der Adlersruhe (3450 m), um erste Geländearbeiten durchzuführen und die für den Sommer geplanten Arbeiten vorzubereiten. Das Interreg-VI-A-Projekt Frost.ini untersucht den Permafrost im Gipfelbereich mit einer Kombination aus Bohrlochmessungen, Geoelektrik und geotechnischer Überwachung.

 

Permafrost-Bohrlöcher: stabile Messreihe seit Oktober

An den beiden Bohrlöchern nördlich und südlich der Erzherzog-Johann-Hütte wurden die Temperaturdaten ausgelesen. Die Messungen laufen seit Oktober 2025 kontinuierlich: Im Nordbohrloch zeigt sich in 20 m Tiefe eine konstante Temperatur von -3,2 °C, im Südbohrloch von -2,3 °C (siehe Abbildung). Noch heuer soll auf eine Echtzeitdatenübertragung umgestellt werden.

 

Neigungsmesser für Hütte und Seilbahnanlagen

Zusätzlich zu den Temperaturmessungen ist die Installation hochpräziser, dauerregistrierender Neigungsmesser (Tiltmeter) geplant – an den Fundamenten der Hütte, der Seilbahn-Bergstation sowie der Seilbahnstütze am Blaukogel. Sie sollen Neigungsänderungen erfassen und so mögliche Bewegungen im Untergrund frühzeitig erkennbar machen.

 

Gateway für zentrale Datenübertragung

Gemeinsam mit dem Hüttenwart wurde ein Standort für ein Gateway festgelegt. Darüber sollen künftig alle Monitoringdaten – Bohrlochtemperaturen und Neigungswerte – gesammelt und stündlich per Mobilfunk an einen Messdatenserver übertragen werden. Damit wird ein Echtzeitzugriff auf das gesamte Monitoring an der Adlersruhe möglich.

 

Geoelektrik: Blick unter die Oberfläche

Die Kolleginnen und Kollegen von OGS führten am 25. Juni erste Geoelektrik-Testmessungen im Umfeld der Hütte durch. Bei diesem nichtinvasiven Verfahren wird der elektrische Widerstand des Untergrunds gemessen: Hohe Widerstände deuten auf Permafrost hin, niedrige auf ungefrorene Bereiche. Für die letzte Juliwoche ist eine flächendeckende Messkampagne geplant, aus der eine 3D-Tomographie der thermischen Untergrundbedingungen rund um die Hütte entstehen soll.

 

Ausblick: Temperatursensoren im August

Im August sollen unterhalb des Gipfels – jeweils nördlich und südlich – Miniatur-Temperatursensoren installiert werden, um die oberflächennahe Felstemperatur zu erfassen. Die Installationsorte wurden bereits am 25. Juni besichtigt und festgelegt. Ein Kamerateam des ORF wird die Arbeiten im August begleiten.

 

Bohrlochtemperaturen Adlersruhe

Temperaturdaten der Permafrost-Bohrlöcher nördlich und südlich der Adlersruhe.

Bohrloch Sued

Von links nach rechts: Ingo Hartmeyer (Georesearch), Antonio Bratus (OGS, Italien) und Francesca Bearzot (OGS, Italien) am Permafrost-Bohrloch südlich der Adlersruhe (Foto: Gerald Valentin, Land Salzburg, 25.06.2026)